Gesundheit

Profitgier einerseits, Desinformation und Geiz andererseits haben dazu geführt, dass der Mops krank „gezüchtet“ wurde. Sollte ein Tier eine der unten aufgeführten Krankheiten haben, darf nicht damit gezüchtet werden.

 

Nicht jeder Mops ist krank!

 

Es gibt viele Züchter, bei denen die Gesundheit die oberste Priorität hat. Dazu mehr unter „Wenn es ein Welpe sein muss“.

Die Atmung

Das bekannteste Problem ist die Atmung.

 

Möpse gehören zu den kurzköpfigen Rassen (Brachycephale). Das kann dazu führen, dass:

  • das Gaumensegel zu lang ist und damit die Luftröhre verschließt,

  • dass das Nasenbein und die Nasennebenhöhlen verkürzt sind

  • die Nasenlöcher zu eng sind

  • die Zunge zu lang ist

Wegen dieser Physiologie kann der Mops Kurzatmigkeit entwickeln. Des Weiteren kann es zu einer erhöhten Gefahr eines Hitzschlages im Sommer kommen. Tieren, die davon betroffen sind, kann durch eine Operation geholfen werden. Dabei wird das Gaumensegel gekürzt oder die Nasenlöcher werden erweitert.

 

Glücklicherweise gibt es immer mehr Züchter, die Wert darauf legen, dass ihre Welpen freiatmend sind.

Der Bewegungsapparat

Wie bei vielen Rassehunden kann es auch Probleme mit der Hüfte (Hüftdysplasie kurz HD) und der Kniescheibe geben (Patella Luxation).

 

Bei der HD ist die Gelenkpfanne der Hüfte zu flach und die Kugel des Oberschenkels liegt nicht richtig. Das ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung.

 

Bei der Patella Luxation handelt es sich um eine Fehlbildung des Kniegelenks. Diese kann angeboren sein oder sich im Laufe der Zeit durch Verschleiß entwickeln. Die Kniescheibe (Patella) sitzt nicht richtig in der Gleitrinne, sie kann aus der Führung springen. Ein Symptom kann sein, dass der Hund sein Bein beim Laufen für ein paar Schritte oben hält.

 

Beide Erkrankungen können durch einen Gendefekt weitergegeben werden. Deshalb lassen viele Züchter ihre Elterntiere zu der nötigen Röntgenuntersuchung auch genetisch untersuchen.

 

Durch eine ausgewogene Ernährung und Bewegung kann diesen Erkrankungen vorgebeugt werden. Und das ist das, was wir als Halter beeinflussen können.

Sollte das nicht gelingen, muss im schlimmsten Fall operiert werden.

Die Wirbelsäule

Bei Möpsen kommen zwei Arten der Wirbelsäulenerkrankungen vor, die Spondylose als degenerative Erkrankung und die Keilwirbel als angeborene Krankheit.

 

Bei der Spondylose bilden sich knöcherne Zubildungen (Spondylophyten) an den Wirbelkörpern, die zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen können. Die Spondylose ist mit einer Arthrose vergleichbar. Symptome können Schmerzen, ein verändertes Gangbild und Bewegungseinschränkungen sein. Auch ein schlaff herunterhängendes Schwänzchen kann ein Symptom sein. (Allerdings muss man nicht gleich in Panik ausbrechen, wenn das Schwänzchen mal hängt, das passiert auch, wenn der Mops mal sehr müde ist.)

 

Eine Heilung gibt es nicht, eine Behandlung zielt auf Schmerzlinderung und den Erhalt der Beweglichkeit ab.

 

Die angeborenen Keilwirbel sind eine Fehlbildung, bei denen die Wirbelkörper nicht wie normal rechteckig sind, sondern sie haben einen keilförmigen Querschnitt.

 

Die Deformation kann zu Verkrümmungen und neurologischen Problemen führen.

 

Je nach Schwere kann eine Operation notwendig werden.

Die Augen

Die Augen sind beim Mops gefährdeter als bei anderen Rassen mit längerer Schnauze. So kommt es häufiger zu Verletzungen, die vom Tierarzt behandelt werden müssen. In den meisten Fällen ist das Auge nach einigen Tagen der Behandlung mit Tropfen und Cremes wieder verheilt.

 

Auch eine zu stark ausgebildete Nasenfalte kann durch die Haare zu einem permanenten Reiben am Auge kommen, die Folge ist eine Pigmentierung des Auges, was im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann. Um das zu verhindern, müsste das Auge regelmäßig behandelt werden oder es müsste eine operative Korrektur der Nasenfalte vorgenommen werden.

 

Auch das gehört zu den Rassestandards, die geändert werden müssen. Die Nase muss nicht nur wieder etwas länger gezüchtet werden, auch die übermäßig ausgeprägte Nasenfalte muss der Vergangenheit angehören.

Die Haut

In einer allzu ausgeprägten Nasenfalte kann sich eine Entzündung bilden. Hervorgerufen durch Bakterien oder Pilze.

 

Eine nicht ganz so seltene Erkrankung ist die Demodikose, die durch Demodex-Milben ausgelöst wird. Diese Haarbalg-Milben leben auf jedem Hund. Kein Problem für einen gesunden Hund mit einem intakten Immunsystem. Ist letzteres aus dem Gleichgewicht geraten (andere Krankheit oder angeborenen Immunschwäche) kann es zu einer starken Vermehrung der Milbe kommen und der Hund beginnt sich stark zu kratzen und er bekommt in der Folge kahle Stellen.

 

Die Erkrankung ist mit Medikamenten und mit regelmäßigen Bädern in den Griff zu bekommen.

Das Gewicht

Wie alle Hunde fressen Möpse gerne und die meisten nahezu alles.

 

Da meldet sich der Wolf: Es wird gefressen, wenn es etwas gibt, wer weiß, wann die Jagd wieder erfolgreich sein wird.

 

Das Bild vom „Rollmops“, faul in den Kissen ruhend, ist scheinbar als Rassemerkmal fest in den Köpfen vieler verankerte.

Und das ist falsch!

 

Möpse unterscheiden sich nicht von anderen Hunderassen, sie schlafen genau so viel, wollen aber auch genau so viel erleben. Sie sind nur von ihrem Charakter ruhiger und nicht so aufgekratzt wie z.B. ein Jack Russel Terrier. Diese Charaktereigenschaft ist ihnen zum Verhängnis geworden: sie wurden im 18./19. Jahrhundert gerne von älteren Damen gehalten, die in dem Mops ein Kindersatz sahen und ihren Pflegetrieb an ihnen auslebten 2. Die bedauernswerten Tiere wurden fett gefüttert und sie litten an Bewegungsmangel. Dieses Bild ist über ein Jahrhundert später immer noch da, und führt dazu, dass Möpse häufig übergewichtig sind, weil viele der Meinung sind, ein Mops muss dick sein.

 

Ein Blick auf Socialmedia zeigt erschreckendes, da werden ohne schlechtes Gewissen Videos von übergewichtigen Möpsen gepostet und diese werden dann auch noch tausendfach gelikt, nur wenige Kommentare weisen auf das Übergewicht hin.

Da der Mops, wie die meisten unserer Hunderassen, nicht jagen geht, ist er uns Haltern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Wir sind verantwortlich für eine gute Ernährung.

 

2 Weßling, Inge: Mops, Praxis Wissen Hund, Kosmos Verlag, 2011, S. 12

Allergien

Allergien beim Hund können auf unterschiedliche Weise in Erscheinung treten:

 

Jucken

Rötungen der Haut

Ohrenentzündungen

kahle Stellen.

 

Man kann Allergietests machen lassen, aber um viel Ausprobiererei, was das Futter angeht wird man nicht herum kommen. Aber nicht nur das Futter kann zu Allergeien führen, sondern auch Faktoren in der Umwelt.